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    2008-10-08: Zeitungsmaschine "nicht von der Stange" führt zum Erfolg

    Zeitungsdrucker individualisieren erfolgreich neue Maschine und schaffen auf Anhieb den Sprung in den INCQC 2008 – 2010

    Die Saarbrücker Zeitung ist mit mehr als 150.000 Exemplaren Auflage und 510.000 Lesern die im Saarland führende Medienmarke. Sie blickt auf eine lange Geschichte zurück, in deren Verlauf sie sich zur landesweit größten Tageszeitung entwickelt hat. Ihre Geschichte beginnt im Jahre 1761, als das „Nassau-Saarbrückische Wochen-Blat“ von Fürst Wilhelm Heinrich von Nassau Saarbrücken ins Leben gerufen wurde. Das zunächst lokale „Frag- und Anzeig-Blat“ erhielt 1861 seinen derzeitigen Namen. Heute ist die Saarbrücker Zeitung eine der fünf ältesten Zeitungen Deutschlands.

    Die besondere Innovationskraft des Verlages zeigt sich in Formaten und Titeln, die neben der konventionellen Tageszeitung produziert werden. Besonders hervorzuheben sind hierbei die „20 Cent Saar“, ein kompaktes Blatt für Leser, die nur einen schnellen Tagesüberblick brauchen, und der „saar.amateur“, die regionale Sportzeitung.

    Innovativ zeigt sich die Druckerei aber auch in den technischen Details der Ausstattung ihrer Druckmaschine. Mit dem Anspruch an nachhaltig beste Qualität, feilen die Fachleute permanent an sämtlichen Parametern rund um die Produktion. „Die Zeiten, in denen aus dem Bauch heraus am Leitstand in Richtung ausreichender Qualität gesteuert wurde, sind schon sehr lange vorbei.“, erklärt Peter Hammes, leitender Schichtführer der Saarbrücker Zeitung. „Von der Beschaffenheit des Feuchtmittels, über die der Farbe, bis hin zur Sauberkeit in der Maschine, müssen in der modernen Produktion sämtliche Faktoren berücksichtigt und vor allen Dingen deren Zusammenhang begriffen werden.“ Dass dies funktioniert beweist die ausgezeichnete Qualität der Saarbrücker Druckerzeugnisse, die den Saarländern die Aufnahme in den International Newspaper Color Quality Club 2006 – 2008 der Ifra eingebracht hat.

    In diesen seit 1994 bestehenden Club werden jeweils für den Zeitraum von zwei Jahren die 50 qualitativ besten Zeitungsdruckereien der Welt aufgenommen. „Diese Anerkennung war uns natürlich eine große Ehre.“, erklärt Peter Hammes, „Allerdings war uns auch klar, dass es nicht nur schwierig ist, in diesen exklusiven Club aufgenommen zu werden, sondern wahrscheinlich noch schwieriger, dort Mitglied zu bleiben, denn die Ansprüche steigen kontinuierlich.“ Eine Aussage die für die Saarbrücker Zeitung in besonderem Maße zutrifft, denn der Sprung in die erste Etage des Zeitungsdrucks war dicht gefolgt von der Installation einer neuen Druckmaschine für das Verlagshaus, eine MAN Colorman mit vier Achter-Türmen und zwei Falzapparaten. „Theoretisch hatten wir 21 Jahre lang gedruckt, getestet und verbessert, bis die Goldmedaille der Ifra auf unserem Tisch lag. Angesichts der Fristen für die Bewerbung zur Aufnahme in den Club 2008 – 2010 blieben uns 21 Wochen nach der Installation einer nagelneuen Maschine.“, so Gerhard Leibrock, Leiter Zeitungsdruck und -verabeitung der Saarbrücker Zeitung. Er erinnert sich gut an das besondere Engagement von Peter Hammes und seiner Mannschaft angesichts dieser Herausforderung.

    Ein weiterer Umstand, der den kurzfristigen Erfolg zweifelhaft erscheinen ließ, war die Tatsache, dass die Saarbrücker Zeitung keine Maschine „von der Stange“ installieren wollte. „Selbstverständlich sind die Standards der deutschen Druckmaschinen-Hersteller qualitativ hochwertig.“, erklärt Leibrock, „Aber wir hatten in der Vergangenheit absolut positive Erfahrungen mit Peripherie-Geräten von Dritt-Anbietern gemacht. Insofern war zum Beispiel klar, dass wir nicht die Feuchtwerke des Maschinen-Herstellers einsetzen würden, sondern Sprühfeuchtwerke der technotrans AG, die sogenannte microspray.line.“ Ausschlaggebend für diese Entscheidung war der besonders feine Auftrag des Feuchtmittels sowie die ebenso einfache wie exakte Steuerung der Sprühbalken. „Verständlicher Weise wäre es dem Hersteller lieber gewesen, wenn wir mit den Original-Feuchtwerken zufrieden gewesen wären. Aber wir waren uns sicher, mit dieser alternativen Technologie noch ein Quäntchen mehr an Druckqualität aus der Maschine holen zu können – was sich inzwischen auch bestätigt hat.“

    Ein weiterer wesentlicher Punkt war für die Saarländer die Sauberkeit in der Maschine. Hierbei lag der Fokus in erster Linie darauf, die Gründe für Verunreinigungen zu reduzieren. In der Regel sind es Farbnebel und Papierstaub, die den meisten Schmutz in die Maschine bringen. Dies zu mindern, ist zumindest im Zusammenhang mit der Farbe gelungen. „Die zentrale Farbversorgung der Maschine haben wir ebenfalls von technotrans planen und installieren lassen. Für uns war es nahe liegend, den Farbnebel in der Maschine dadurch zu reduzieren, dass wir eine wesentlich dickflüssigere Farbe verwenden als üblich. Hier hatte wiederum technotrans Bedenken, ob die Leistungsfähigkeit der Pumpen über die weiten Strecken der Verrohrung ausreichen würde, wenn das Material so zäh ist.“, erklärt Peter Hammes. Auch in diesem Punkt konnten die Bedenken des Herstellers ausgeräumt werden. Die vorgegebene Maximal-Leistung der Anlage durch technotrans lässt soviel Spiel zu, dass die hochviskose Farbe, die nun zum Einsatz kommt, immer noch problemlos transportiert werden kann. Den Einfluss auf den Grad der Verschmutzung durch Farbnebel dokumentiert Hammes eindrucksvoll auf weißen Tüchern, die er in die Farbwerke innen an das Schutzgitter geklebt hatte, um die Menge und Intensität der Farbe außerhalb des Farbkastens darzustellen. Nebeneinander hängen die Ergebnisse in der Nähe des Leitstandes an einer Wand und zeigen über die ganze Testphase eine Reduktion der Verschmutzung von über 80 Prozent. In diesem Zusammenhang hat der Druckmaschinenhersteller MAN sogar eine Arbeitsgruppe zum Thema „Anforderungen an die zentrale Farbversorgung“ gegründet, in der sich weitere Zeitungshäuser, unter anderem aus Graz, Augsburg und Nürnberg finden.

    Für Sauberkeit sorgt darüber hinaus das Reinigungssystem contex.mb, eine Waschanlage mit einer kurzen, beweglichen Bürste, die wiederum exakt einstellbar die Gummituch- und Sattelitenzylinder reinigen. „Mit dieser Lösung von technotrans verhält es sich genauso wie bei den Sprühfeuchtwerken. Abgesehen von der tatsächlichen Effizienz dieses Prozesses ist es auch hier so, dass die exakte Steuerung vom Leitstand der Maschine aus nachvollziehbare Ergebnisse und größtmöglichen Einfluss auf den Gesamtprozess bietet.“, so Gerhard Leibrock.

    Abgerundet wird die Prozessoptimierung der Saarbrücker Zeitung durch ein besonderes Augenmerk auf die konstante Qualität des Feuchtmittels. Hierbei ging es neben der stabilen Produktion unter gleich bleibenden Bedingungen auch um eine Reduzierung der Reinigungs- und Wartungsarbeiten im Feuchtmittelkreislauf. „Der Schlüssel zum Erfolg liegt in diesem Zusammenhang bei einer hocheffizienten Filtration.“, erklärt Hammes. Ursprünglich war die Feuchtmittel-Feinfiltration beta.f mit Vor- und Hauptfilter im Bypass an die Feuchtmittel-Aufbereitung der Zeitungsdruckmaschine angeschlossen. „Hierbei haben wir schon beachtliche Verbesserungen erzielt. Sowohl was die Sauberkeit im Kreislauf insgesamt angeht, als auch im Zusammenhang mit einem problemloseren Lauf der Sprühfeuchtwerke. Verstopfungen durch Verunreinigungen bleiben weitestgehend ausgeschlossen.“ Darüber hinaus berichtet Gerhard Leibrock, dass die Intervalle zum Wechsel und Neuansatz des Feuchtmittels wesentlich länger geworden sind. Die hierbei eingesparte Zeit nutzen die Mitarbeiter nun für wesentlichere Tätigkeiten. „Unsere Maschine läuft 24 Stunden, jeden Tag und immer auf Hochtouren. Da ist jede Vermeidung von Stillstand durch Reinigungs- und Wartungsarbeiten bares Geld. Die früher üblichen, reinen ,Putz-Schichten’ finden bei uns gar nicht mehr statt.“

    Im September 2007 wurde die Filtration beta.f durch eine Querstrom-Filtration delta.f ersetzt, bei der das Feuchtmittel mit hoher Geschwindigkeit durch eine Keramik-Membran gepumpt wird und sich die sauberen Bestandteile des Feuchtmittels aufgrund der Dichteunterschiede zur Schmutzfracht trennen. „Einer der Vorteile dieses Systems ist, dass es ohne Filtermaterial oder sonstige Verbrauchsmaterialien arbeitet.“, so Peter Hammes, „Und die Ergebnisse aus diesem Prozess sind wirklich beeindruckend.“ Diese Feststellung bestätigt sich nach einem Blick in den Tank der Filtrationsanlage, in dem sich das erheblich kontaminierte Feuchtmittel aus der Druckmaschine sammelt. Vergleicht man dieses Gemisch mit dem praktisch neuwertigen Feuchtmittel, das dem Tank des Aufbereitungsgerätes wieder zugeführt wird, erkennt man schnell den Sinn einer solchen Ergänzung im Drucksaal. „Da wir uns mit dem delta.f noch in einer Langzeit-Probephase befinden, steht neben der Filtrationsanlage noch sicherheitshalber das beta.f, das sich schnell und unkompliziert im Bypass ersatzweise zur Querstromfiltration anschließen ließe. Hierzu hatten wir aber noch keinen Grund.“

    Auch die beiden Filtrationssysteme stammen von technotrans. Peter Hammes hat für die Festlegung, auf die Lösungen der westfälischen Systemanbieter einfache Gründe: „Zum einen sind die Geräte einfach zuverlässig und leistungsstark. Zum anderen reduziert die Anzahl der Lieferanten natürlich auch die der Ansprechpartner. So haben wir nur die Kontakte zu MAN und zu technotrans, mit deren Hilfe wir unsere Produktion stabil und hochwertig halten.“

    Ein weiterer Anbieter von Peripherie-Geräten hat allerdings auch einen Platz in der neuen Druckmaschine gefunden: das Kartenklebe-System der Firma CommCard. „Dieses System ist einfach sensationell.“, erklärt Gerhard Leibrock, „Wir kleben hier in die laufende Auflage, bei Höchstgeschwindigkeit, mit einer Passgenauigkeit von plus minus drei Millimetern eine konventionelle Postkarte unserer Anzeigen-Kunden in die Zeitung. Und das bei nahezu freier Wahl der Seite, auf der die Karte eingeklebt werden soll.“ Die Saarbrücker Zeitung ist eins von drei europäischen Druckhäusern, die dieses System im Einsatz haben. „Der hohe Nutzen dieses Werbemittels, noch dazu bei dem Verbreitungsgrad unserer Medien, ist uns bereits von vielen Kunden bestätigt worden.“

    Nicht „von der Stange“ sind außerdem noch zum einen die Schnittregistersteuerung von QI sowie zum anderen die auf 3 Trichter verschiebbaren Stranghefter von Tolerans. „Außerdem haben die Kollegen aus der Technik der Saarbrücker Zeitung, die Druckmaschine mit einem selbst ausgeklügelten Beleuchtungskonzept ins rechte Licht gerückt: über den 4 Leitständen, in und um die Druckwerke, an Galerien und beim Überbau. Wir hatten jahrelang nahezu im „Dunkeln“ gearbeitet, das musste sich ändern“, so Hammes.

    Die neue Maschine war gerade ein paar Wochen lang installiert. Die Saarbrücker Zeitung hatte sich erfolgreich gegen die Bedenken der Hersteller und Zuliefer-Industrie durchgesetzt, als es an die Bewerbung zum International Newspaper Color Quality Club (INCQC) 2008 – 2010 ging. Hierzu gehört, dass über den Zeitraum von drei Wochen jeden Tag fünf Muster aus der laufenden Produktion an die Ifra übergeben werden. Dort gibt es dann maximal 400 Punkte in der Beurteilung, 200 Punkte im Höchstfall für die Druckvorstufe, Bildbearbeitung und Color-Management, und maximal 200 Punkte für das Ergebnis aus der Print Produktion. 198 Zeitungsdruckereien und Verlage aus der ganzen Welt sorgten für eine Rekord-Beteiligung beim aktuellen Wettbewerb. Die Saarbrücker Zeitung schaffte auf Anhieb den Sprung in die TOP 50 und damit in den INCQC 2008 – 2010. „Ein Ranking gibt es dort nicht.“, erklärt Hammes, „Es ist nur so, dass wir wissen, dass das beste Ergebnis dieses mal über 90% der Anforderungen erfüllte. In unserem Fall kam die Jury auf 90% der möglichen Punkte.“

    Am 11. April 2008, dem Vorabend der amerikanischen Fachmesse Nexpo 2008, war es dann so weit. Peter Hammes übernahm in Washington D.C. die heiß begehrte Goldmedaille. „Natürlich stellvertretend für alle, die an diesem Erfolg mitgearbeitet haben. Der Hersteller unserer Druckmaschine, die Lieferanten der zentralen Farbversorgung, Feuchtmittelgeräte, Sprühfeuchtwerke, Filtration und der vielfältigen Zusatzgeräte – und nicht zuletzt aller beteiligten Mitarbeiter. Denn nur wenn jeder von einem Konzept überzeugt ist und aktiv an dessen Erfolg mitarbeitet, kommt man früher oder später auf das Sieger-Treppchen.“, erklärt Peter Hammes stolz.



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